dot.gif (807 Byte)

Geschichte

Die Unitarische Freie Religion hat sich aus der Reformation des 16. Jahrhunderts in Ungarn und Polen entwickelt. Sie ist als eine radikal-reformatorische Religionsbewegung zu verstehen.

Die Ablehnung verbindlicher Glaubenssätze (Dogmen) führte zu einer freien Theologie mit einer ihr verbundenen Ethik.

Der unitarische Gottesbegriff wurde als strenger Ein-Gott-Glaube (unitas) freigelegt und als Gegensatz zum Dreifaltigkeits-Glauben der christlichen Kirchen angesehen.

Im Vorfeld der Paulskirchenbewegung, die 1848 ihren Höhepunkt durch das 1. Deutsche Parlament erhielt, gab es eine starke Strömung im liberalen Bürgertum, das für eine freie Religion eintrat und die Starrheit der christlichen Bekenntnisse ablegen wollte. Dies führte 1845 zur Gründung unserer Gemeinde (damals deutsch-katholische genannt) zu Frankfurt am Main.

Aufgaben

Religion muß dynamisch sein, sie entwickelt sich durch die Bedürfnisse der Menschen. Aus dieser Einsicht heraus lebt die freie Religion. Die Freiheit des Denkens, der Überzeugungen und der begründeten Handlungsweisen wird von der unitarischen Religion geachtet. Sie schreibt diesbezüglich nichts vor, hat aber die Aufgabe der sittlichen Stärkung des einzelnen und der menschlichen Gesellschaft.

Die Unitarische Freie Religionsgemeinde will dem Menschen helfen, in heutiger Zeit zu leben. Dazu bedarf es vielfältiger Bemühungen, an erster Stelle der Bildung in religiösen, menschlichen und seelischen Bereichen. Die Unitarische Religion empfindet sich in der Tradition des Abendlandes stehend und es ist ihr Anliegen, die geschichtlichen, religiösen und künstlerischen Werte dieser Vergangenheit dem Menschen unserer Zeit zu vermitteln.

Dieser Aufgabe dienen:

  • sonntägliche Weihestunden
  • Feiern zu den Wendepunkten des Lebens, wie Taufe, Konfirmation, Trauung, Trauerfeier
  • Seminare, Vorträge und Gesprächskreise
  • Kinder, Jugend-, Familien- und Seniorenfreizeiten
  • gesellige Veranstaltungen

Die Unitarische Freie Religionsgemeinde ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie verzichtet jedoch auf das Recht, Kirchensteuern einzuziehen. Vielmehr überläßt sie es ihren Mitgliedern, die Mitgliedsbeiträge und Spenden entsprechend ihrem Einkommen selbst festzusetzen, wobei der Mindestbeitrag in Höhe von 60,--Euro jährlich zu berücksichtigen ist.

Ein Schwerpunkt der Gemeindearbeit ist der staatlich anerkannte Religionsunterricht, der in allen Schulstufen erteilt wird. Die Noten werden in das Zeugnis eingetragen. Der Unterricht ist offen auch für Nichtmitglieder. Z.Z. nehmen 35 Kinder und Jugendliche von der Grundstufe, der Förderstufe, der Sekundarstufe I und II bis zum Abitur teil. Beim Abitur kann das Fach "Unitarische Religion" als drittes (schriftlich) bzw. viertes Prüfungsfach (mündlich) gewählt werden.

© 2015 Unitarische Freie Religionsgemeinde Frankfurt/Main